Leinsamen

Darreichungsform

Körner

Art der Anwendung

Zum Einnehmen, zum Einnehmen nach Bereitung eines Schleimes, zur Bereitung von Breiumschlägen.

Hinweis

Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt lagern.

Stoff- oder Indikationsgruppe

Pflanzliches Quellmittel zur Stuhlregulierung, pflanzliches Mittel bei Verdauungsbeschwerden, pflanzliches Mittel zur äußerlichen Wundbehandlung.

Anwendungsgebiete

Innerliche Anwendung bei:

Stuhlverstopfung, durch Abführmittelmißbrauch geschädigtem Dickdarm, Reizdarm, Entzündung von Darmdivertikeln;

In Form einer Schleimzubereitung bei Entzündung der Magenschleimhaut und desDarmes.

Äußerliche Anwendung:

In Form eines Breiumschlages bei lokalen Entzündungen.

Hinweis für die innerliche Anwendung:

Bei anhaltender Verstopfung und Stuhlunregelmäßigkeiten sowie bei anhalten den unklaren oder neu auftretenden Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.

Hinweis für die äußerliche Anwendung:

Bei starker Rötung der Wundränder, nässenden Wunden oder Eiterungen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Gegenanzeigen

Wann dürfen Sie Leinsamen nicht einnehmen?

Sie dürfen Leinsamen nicht einnehmen bei drohendem oder bestehendem Darmverschluß (Ileus), bei Verengungen der Speiseröhre und im MagenDarm-Bereich, bei akut entzündlichen Darmerkrankungen und Erkrankungen der Speiseröhre und des Mageneingangs.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da Angaben zur Dosierung bei Kindern unter 6 Jahren nicht vorliegen, sollten Kinder unter 6 Jahren Leinsamen bei Verstopfung nicht einnehmen. Zur Anwendung dieses Arzneimittels bei Entzündungen des Magen-DarmTrakts bei Kindern liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Es soll deshalb bei Kindern unter 12 Jahren bei diesen Erkrankungen nicht angewendet werden.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Wenn das Arzneimittel ohne genügend Flüssigkeit eingenommen wird, kann es vorzeitig quellen und dadurch Rachenraum oder Speiseröhre verstopfen und so zum Ersticken führen. Das Präparat darf nicht bei Schluckbeschwerden eingenommen werden. Treten nach der Einnahme Brustschmerzen, Erbrechen oder Beschwerden beim Schlucken oder Atmen auf, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Wie bei allen schleimstoffhaltigen Arznei- und Nahrungsmitteln ist eine behinderte Aufnahme von anderen Arzneistoffen (z.B. Eisen-, Lithium-Präparate) aus dem Magen-Darm-Kanal möglich. Es sollte daher ein Abstand von einer halben bis einer Stunde vor und nach der Einnahme von Arzneimitteln eingehalten werden.

Quellmittel und Arzneimittel gegen Durchfall, die die natürliche Darmbewegung hemmen (z.B. Opiumtinktur, Loperamidhydrochlorid, Diphenoxylat, Diphenoxin) dürfen nicht gleichzeitig verabreicht werden, da ein Darmverschluß auftreten kann.

Beachten Sie bitte, daß diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Dosierungsanleitung und Art der Anwendung

Soweit nicht anders verordnet, wird bei Verstopfung 2- bis 3mal täglich ein 1 Eßlöffel voll (ca. 1ü g) unzerkleinerter Leinsamen mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Kinder von 6 bis 12 Jahren nehmen die Hälfte der Erwachsenendosierung.

Bei Entzündungen des Magen-Darm-Trakts wird 2- bis 3mal täglich ein aus einem Eßlöffel voll zerkleinertem oder unzerkleinertem Leinsamen und 150 ml Flüssigkeit bereiteter Schleim eingenommen.

Es ist von Vorteil, ein weiteres Glas Flüssigkeit nachzutrinken. Während der Therapie mit Leinsamen ist für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, täglich 1,5 bis 2 Liter, zu sorgen. Auch sollte ein Abstand von einer halben bis einer Stunde zur Einnahme von Arzneimitteln eingehalten werden.

Soweit nicht anders verordnet, werden für die äußerliche Anwendung 30 bis 50 g Leinsamenmehl für die Bereitung eines feucht-heißen Breiumschlages eingesetzt.

Nebenwirkungen

Bei Beachtung der Dosierungsanleitung, d.h. vor allem bei Beachtung, daß eine genügende Menge an Flüssigkeit aufgenommen wird (ca.1:10), sind Nebenwirkungen nicht bekannt.

Hinweise

100 g Leinsamen entsprechen einem Nährwert von ca. 1968 kJ (470 kcal), der jedoch bei Einnahme von unzerkleinertem Leinsamen nicht erreicht wird.

Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.